"Was ist Fair?"

 

Was ist fair?

Das fragten wir Bovender Jusos uns Anfang des Jahres. Täglich neue Hiobsbotschaften der Börse und die damit verbundene Rezession hatten schlimme Folgen, nicht nur für die Wirtschaft selbst, sondern auch gerade für Arbeitnehmer. Auf der einen Seite verzocken Banker Milliarden und auf der anderen Seite leiden die Beschäftigten. Ist das fair? Ist es fair, dass Manager mit einem ganzen Betrieb in der „Wettwirtschaft spielen“ dürfen, mit der Aussicht auf hohe Gewinne, wobei jene in jedem Fall überirdische Abfindungen erhalten, wobei auf der anderen Seite die hart schuftenden Arbeiter der Betriebe entlassen oder durch Kurzarbeit und Leiharbeitsverträge in den Abgrund gedrängt werden? Ist es fair, das diese Menschen einen ganzen Staat samt Einwohner in Ruin führen dürfen?
Des Weiteren machten wir uns Gedanken um die Bildungspolitik in Deutschland. Am 12. Juni 2008 rief die Bundeskanzlerin die „Bildungsrepublik Deutschland“ aus. Seitdem hat sich aber in der „Bildungswüste Deutschland“ so gut wie nichts getan. Sparpolitik und Föderalismus nagen seit jeher an den Grundpfeilern der „Bildungsrepublik“, und machen ein entstehen dieser unmöglich! „Wohlstand für alle heißt Bildung für alle“ vermach die Kanzlerin in ihrer Rede zum 60. Geburtstag der sozialen Marktwirtschaft zu sagen. Bloß wie soll der Wohlstand für alle kommen, wenn sich nicht jeder Bildung leisten kann? Ist es fair, dass in Niedersachsen Busfahrkarten von Schülern der Oberstufe immer noch selbst bezahlt werden müssen? Ist es fair, dass wenige Hochbegabte gefördert werden, wobei die breite Masse auf der Strecke bleibt?

Die Kampagne „Was ist fair?“ ist also eine Kampagne, die sich noch viel weiter ausführen und mit vielen Facetten schmücken lässt. Doch wir wollen wissen, was finden Sie eigentlich fair? Wo und womit fühlen Sie sich gerecht oder ungerecht behandelt. In einer Zeit, in der viele Politiker an Bürgern vorbeireden und dies auch umgekehrt geschieht, wollen wir durch unsere Kampagne „Was ist fair?“ wieder in direkten Kontakt mit den Mitmenschen treten, um Missverständnisse und Ungerechtigkeiten zu vermeiden.
Wenn auch Sie Interesse haben, an unserer Kampagne „Was ist fair?“ teilzunehmen, besuchen Sie uns an einem unserer Stände in Bovenden und Umgebung und tragen Sie in das Rote Buch zur Kampagne ihre Ansichten ein. Dieses Buch wird dann am Ende der Kampagne Politikern des Landtages entgegengereicht, damit diese Ihre Meinung erfahren. Ärgern Sie sich nicht länger, sondern tun Sie was!
In diesem Sinne,

Ihr Sebastian Gloth